prüfet alles, ob es im Sinne GOTTes ist
Nacht vom 27. auf den 28. Dezember
In der 4. Rauhnacht tritt das, was in der 3. Nacht „gehört“ wurde, einen Schritt zurück in den Raum.
Dieses Hören meint kein Hören mit den Ohren. Es meint das Wahrnehmen eines Wortes, eines Gedankens, einer inneren Richtung, die sich gezeigt hat und Aufmerksamkeit verlangt.
Was in der dritten Nacht gehört wird, will in dieser Nacht weder beantwortet noch in Handlung übersetzt werden.
Es geht nicht darum, sofort zu reagieren oder daraus eine Tat zu machen.
Jetzt geht es darum, Abstand zu gewinnen, damit sich zeigen kann, was dieses Wort in sich trägt.
Klärung bedeutet, dem Gehörten Zeit zu lassen.
Zeit, damit es sich einordnet. Zeit, damit sichtbar wird, ob es trägt oder sich verliert.
Ein Wort, das Bestand hat, gewinnt an Klarheit, wenn man es nicht festhält, sondern wirken lässt.
In dieser Nacht richtet sich der Blick darauf, welche Wirkung von dem Gehörten ausgeht.
Ob es Weite eröffnet oder verengt. Ob es Ruhe schafft oder Unruhe hinterlässt. Ob es sich in das Leben einfügt oder Spannung erzeugt.
Die Bibel kennt diese Bewegung sehr genau.
Sie spricht davon, alles zu prüfen und das Gute zu behalten.
Sie spricht davon, die Geister zu unterscheiden.
Gemeint ist damit nicht Misstrauen, sondern ein waches Wahrnehmen dessen, was sich bewährt.
Die 4. Rauhnacht schützt davor, vorschnell in Aktion zu treten. Sie schützt davor, das Gehörte mit eigenen Erwartungen zu vermischen. Sie gibt dem Wort Raum, sich zu klären.
Klärung geschieht nicht durch Druck, sondern durch Zeit. Was aus Wahrheit kommt, verliert sich nicht.
Es bleibt und wird mit der Zeit deutlicher.
Impuls der Nacht
Dem Gehörten Raum geben.
Es klären lassen, ohne es festzulegen. Das Gute erkennen und bewahren.

