Ostern – warum die Auferstehung für Christen so wichtig ist
Ostern ist heutzutage ohne Osterhasen und den Ostereiern beinahe undenkbar. Doch der ursprüngliche Anlass und der tiefe Sinn des Osterfestes hat mit diesem Brauchtum nichts zu tun. Der Grund des Osterfestes ist die Auferstehung und elementar für die Christen.
Wer vielleicht meinen Bericht über Karfreitag gelesen hat, erinnert sich, dass der Weg Jesu sichtbar qualvoll am Kreuz endete.
Nach jüdischem Gesetz durfte ein Verstorbener nicht über den Sabbat hinweg am Kreuz bleiben, weil das große Passafest unmittelbar bevorstand. So war es notwendig, dass der Leichnam Jesu noch am selben Tag bestattet werden musste. Im Johannes-Evangelium wird berichtet, dass Josef von Arimathäa Pilatus um die Erlaubnis bat, den Leichnam abzunehmen, Nikodemus kam hinzu und brachte wohlriechende Öle für die Salbung.
Der Leichnam wurde in Leinentücher gewickelt und in ein neues Felsengrab gelegt, das sich in der Nähe der Hinrichtungsstätte befand. Der Eingang wurde mit einem schweren Stein verschlossen. Damit war der äußere Ablauf zunächst abgeschlossen. Der folgende Tag, der Sabbat, war ein Ruhetag, an dem nach jüdischem Gesetz keinerlei Arbeiten verrichtet werden durften.
Erst nach diesem Ruhetag, am frühen Morgen des dritten Tages, machten sich einige der Frauen, die Jesus begleitet hatten, auf den Weg zum Felsengrab. Sie wollten in Ruhe die Dinge tun, welche am Freitag nur unter Zeitdruck möglich gewesen waren.
Sie rechneten damit, den verstorbenen Jesus vorzufinden. Doch als sie an der Grabstätte ankamen, sahen sie, dass der Stein, der die Stätte schützte, beiseite geschoben war und somit das Grab offen stand und der Leichnam fehlte. Voller Schreck lief Maria Magdalena daraufhin zu den Jüngern und berichtete, dass die Grabstätte leer sei. Die Jünger Petrus und Johannes machten sich sogleich selbst auf den Weg, um nachzusehen und fanden ebenfalls das leere Grab vor. Nachdem die Beiden wieder gegangen waren, blieb Maria noch am Grab zurück. Sie stand davor, weinte und beugte sich dann doch schließlich in die Grabkammer vor. Jetzt sah sie dort zwei Männer sitzen, den einen am Kopfende und den anderen am Fußende der Stelle, an der der Leichnam Jesu gelegen hatte.
Die Männer wandten sich ihr zu und fragten: „Warum weinst du? Wen suchst du?“
Dann weiter: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier.“
Diese Botschaft traf sie mit voller Wucht. Für Maria muss das in diesem Moment kaum zu begreifen gewesen sein. Noch stand sie zwischen Weinen, Suchen und Nichtverstehen. Jetzt war mit diesen Worten alles verändert! Denn von jetzt an ging es nicht mehr um einen toten Leib, den man salben und betrauern konnte, sondern um die unfassbare Nachricht, dass Jesus nicht im Grab geblieben war. Maria wandte sich um und sah einen Mann stehen, den sie zunächst für den Gärtner hielt. Der Mann fragte sie: „Frau, warum weinst du? Wen suchst du?“
Maria antwortete ihm, er möge ihr sagen, wohin der Leichnam gebracht worden sei, falls er ihn fortgetragen habe. Ihr Denken war weiterhin auf das gerichtet, was sie erwartete: den toten Jesus zu finden und seinen Leib ehren zu können. Da sprach der Mann sie mit ihrem Namen an: „Maria.“
An der Art, wie er sie ansprach, erkannte sie ihn. In diesem Augenblick wurde ihr deutlich, dass Jesus lebt! Er stand ja vor ihr und redete mit ihr…
Ich bin mir sicher, dass Jesus sich Maria tröstlich zuwendet und ihr anschließend eine Aufgabe gibt: „Geh zu den Jüngern und verkünde, dass ich lebe – und sage ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“
Am selben Tag machten sich zwei Jünger auf den Weg nach Hause zu einem Dorf namens Emmaus. Sie waren tief betroffen von den Ereignissen der vergangenen Tage. Unterwegs begegnet ihnen ein unbekannter Mann. Es ist Jesus selbst, aber die beiden Jünger erkennen ihn nicht. Er spricht die Beiden an und fragt, warum sie so niedergedrückt sind. Und so erzählen sie dem vermeintlich Fremden von Jesus aus Nazareth und seiner Kreuzigung. Sie berichten auch von dem leeren Grab. Damit ist auch ihre Hoffnung dahin, dass das Volk Israel erlöst werden würde.
An eine Auferstehung glauben sie nicht, da fehlt ihnen einfach die Vorstellungskraft. Und ganz nebenbei bemerkt – ich denke, uns wäre es auch nicht anders ergangen.
Jesus begleitet sie und hört ihnen zu. Dann steigt er in das Gespräch ein und bringt sein Unverständnis über deren Unglauben zum Ausdruck. Er erinnert sie an die Schriften, in denen auf den Messias hingewiesen wird. So diskutierend gehen sie gemeinsam weiter, bis sie Emmaus erreichen. Jesus deutet an, als wolle er weitergehen, doch die Beiden halten ihn zurück. Es ist Abend geworden, und sie bitten ihn, als Gast zu bleiben. So erfrischten sie sich von ihrer Reise und setzen sich gemeinsam an den Tisch, um das Mahl einzunehmen. Entgegen der Sitte nimmt Jesus als Gast das Brot, spricht den Segen und bricht es. Und genau in diesem Moment erkennen sie ihn. Und im nächsten Augenblick ist er nicht mehr im Raum.
In den folgenden vierzig Tagen suchte Jesus all seine Jünger auf und erklärte ihnen nochmals die Schriften und Prophezeiungen und wies immer wieder darauf hin, dass alles genauso eingetreten war, wie es von Mose und den Propheten angekündigt wurde.
So gelang es den Jüngern allmählich verstehen, wie die Schriften mit der Auferstehung ihres HERRN zusammen hingen. Vielleicht war es genau das, was seine Anhänger sehen und erleben mussten, um es überhaupt in der Gänze begreifen zu können.
So wurde Schritt für Schritt aus den Worten der Propheten Gewissheit. Aus dem Glauben an die Verheißungen wurde Sehen und Erleben – ein Zeugnis für die Wahrhaftigkeit GOTTes.
Was damals geschehen ist, reicht bis in unsere Zeit hinein und weit darüber hinaus. Die Auferstehung Jesu ist nicht nur ein Ereignis aus tiefer Vergangenheit. Sie hat Bedeutung für alle, die ihm folgen.
Denn mit Jesus Christus begann etwas Neues und macht Hoffnung auf das, was er selbst sagte: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.
Wer zu Christus gehört, hat ein Leben darüber hinaus. Nicht aus uns heraus, sondern durch ihn.
Die Auferstehung Jesu ist das Fundament unseres christlichen Glaubens und zeigt, dass das Leben nicht mit dem Tod endet, denn der Weg des Menschen ist nicht auf diese sichtbare Welt begrenzt – und genau darin liegt die Hoffnung der Christen. Ostern ist die Erinnerung daran – und darauf können wir uns verlassen.
Heute. Und an jedem Tag unseres Lebens.

